Filmfestival in Locarno mit "Miami Vice" eröffnet

03.08.2006
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Quelle: Neue Westfälische
Hamburg/Locarno (dpa) - Der neue Direktor des Internationalen Filmfestivals von Locarno, Frédéric Maire, hat am Mittwochabend die 59. Ausgabe des Schweizer Festivals eröffnet.

Vor rund 8000 Besuchern lief am Abend auf der Piazza Grande der Hollywood-Actionstreifen "Miami Vice" von Michael Mann, eine Kinoadaption der berühmten Fernsehserie. Der Film kommt am 24. August in die deutschen Kinos. Im Hauptwettbewerb von Locarno konkurrieren bis zum 12. August 21 Filme um den Goldenen Leoparden, darunter sind auch zwei deutsche Filme.

Die "Miami Vice"-Stars Colin Farrell, Jamie Foxx und Gong Li kamen zur Eröffnung nicht in die Schweizer; Regisseur Michael Mann schickte eine Videobotschaft. Als internationaler Star ist am Donnerstag US-Schauspieler Willem Dafoe angekündigt, der mit dem Excellence Award ausgezeichnet wird. 2005 besuchten rund 180 000 Menschen das traditionsreiche Festival, die Veranstalter rechnen in diesem Jahr mit der gleichen Zahl.

Insgesamt speckte Maire das Programm ab - mit rund 170 Filmen laufen ein Viertel weniger Streifen als im Vorjahr. "Damit gebe ich jedem einzelnem Film eine größere Chance, weil ich ihn prominenter präsentieren kann", sagte er der Schweizer Nachrichtenagentur sda. Auch das Budget ist nach Angaben der Organisatoren mit umgerechnet 6,2 Millionen Euro etwas kleiner als in den Vorjahren.

Insgesamt sind 17 deutsche Filme und deutsch-internationale Koproduktionen zu sehen. Im Hauptwettbewerb läuft die deutsch- österreichische Produktion "Gefangene" von lain Dilthey sowie "Der Mann von der Botschaft" des in Deutschland lebenden Georgiers Dito Tsintsadze. Auf der Piazza Grand wird am Sonntag (6.) "Das Leben der anderen" von Florian Henckel von Donnersmarck gezeigt. Der deutsche Produzent Peter Rommel ist Mitglied der Wettbewerbsjury.

Als Reaktion auf den Libanon-Konflikt hat sich unterdessen das israelische Außenministerium als Sponsor einer Kurzfilmreihe über die Region östlich des Mittelmeers zurückgezogen. Die Veranstalter wollen damit nach eigenen Angaben die Neutralität des Festivals wahren. In der Reihe laufen auch Filme aus Palästina, Syrien und dem Libanon.