| 01.08.2006 |
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| Quelle: Aachener Zeitung |
| 59. Internationales Filmfestival von Locarno bietet bereits hochkarätige und geförderte Beiträge VON UNSEREM MITARBEITER GÜNTER H. JEKUBZIK LOCARNO. „Miami Vice" auf der Piazza Grande? Dort wo Autoren- und Weltkino immer Anfang Au-gust eine Heimat finden? Befürchtet wurde, dass unter dem neuen Festivaldirektor, dem Welsch-Schweizer Frederic Maire, der Pop das 59. Internationale Filmfestival von Locarno (bis 12. August) erobert. Doch wenn unter Tessiner Sommerhimmel auf der schon zum Auftakt übervollen Piazza die legendären Crockett und Tubbs in Miami auf einer der größten Leinwände Europas die Gangster-Jagd starteten, gab es keinen Kulturschock zwischen Lago Maggiore und Floridas verruchter Küste. Der exzellente Michael Mann („Der Einzelgänger", „Heat", „Der rote Drache") übernahm die Regie von „Miami Vice" und machte aus dem 80er-Pop der offenen Cabrios und Hemden unter Floridas Palmen eine düstere Drogengeschichte mit Colin Farrell und Jamie Foxx in den Hauptrollen. Star der ersten Festivaltage war der Schauspieler William Dafoe, der mit dem „Excellence Award" geehrt wurde. Der früher auf Schurkenrollen („Spiderman") festgelegte Charakterdarsteller hat erfolgreich die Balance zwischen Hollywood und kleinen, unabhängigen Filmen gehalten. Zurzeit dreht er einerseits für einen weiteren „Mr. Bean" mit dem Komiker Atkinson, aber auch mit dem griechischen Meister der Langsamkeit, Theo Angelopoulos, für „Dust of Time". Dafoe erzählte freizügig, dass er manchmal nicht wisse, ob er gut spiele. Aber er ist beim Dreh immer hundertprozentig präsent. „I want to be the story" - Ich will die Geschichte sein, so fasst er die Motivation seiner Arbeit zusammen. So verschmerzt er auch, dass er vor lauter Film-Drehs nicht mehr mit seiner eigenen Theater-Truppe arbeiten kann. Star ist die Stiftung Ein Star hinter den Kulissen ist in Locarno die Filmstiftung NRW. Gleich sieben geförderte Produktionen werden in den nächsten Tagen auf den Leinwänden gezeigt, allein drei davon im Wettbewerb. Dort läuft Dito Tsintsadzes „Der Mann von der Botschaft", die Geschichte eines deutschen Botschaftsmitarbeiters in Tiflis (Burg-hart Klaußner, „Die fetten Jahre sind vorbei"), der das Straßenmädchen Saschka (Lika Martinova) kennen lernt und sich ihrer annimmt. Produziert wurde der Film von der Kölner Tatfilm in Zusammenarbeit mit ZDF und Arte. Mit seinem Film „Gefangene" kehrt Regisseur Iain Dilthey zurück nach Locarno, wo er 2002 den Goldenen Leoparden für „Das Verlangen" erhalten hatte. „Gefangene" erzählt die Geschichte einer Annäherung zwischen einer Biologin und einem entflohenen Häftling, der sich in ihre Wohnung flüchtet. "Solange du hier bist" ist Stefan Westerwelles Diplomfilm an der Kunsthochschule für Medien Köln. Die Geschichte eines vereinsamten Mannes (Michael Gempart), dessen einziger Bezugspunkt die Liebe zu einem jungen Stricher (Leander Lichti) ist, wird im Wettbewerb der Reihe „Cinéastes du Présent" gezeigt. |
