Ein dokumentarisches TV-Format mit Wladimir Kaminer von Lukas Schmid
Der Kaukasus. Endlose Weiten, mächtige Berge. Genauer gesagt ist der Kaukasus ein etwa 1.100 km langes Gebirge zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer. Er liegt auf dem Territorium von Rußland, Georgien, Armenien und Aserbaidschan Sogar die Türkei beansprucht territorial noch einen winzigen Zipfel. Daß der Kaukasus eine bewegte Geschichte vorzuweisen hat, versteht sich damit wohl von selbst.
Irgendwo mitten drin liegt der kleine Ort Mineralowodski. Hier lebt die Schwiegermutter von Wladimir Kaminer (40), dem Schriftsteller. Und den kennen bei uns mittlerweile weit mehr Menschen als den Kaukasus. Längst ist der Russe, der vor 17 Jahren aus Moskau nach Berlin kam, ein Popstar der Sprache. Kein Wunder, kaum jemand wirft einen schärferen und humorvolleren literarischen Blick auf die kleinen und großen Unterschiede zwischen West und Ost.
Unser Film begleitet Kaminer auf seiner Reise zur Schwiegermutter und deren Familie. Angenehm beiläufig stellt der Autor dabei die verschiedensten Betrachtungen über den ganz gewöhnlichen Alltag im russischen Teil des Kaukasus an. Denn: Während in Moskau der Kapitalismus aufs heftigste zelebriert wird, zeigen sich die Bewohner von Mineralowodski in vielerlei Hinsicht noch ambivalent. So weigert man sich bislang beharrlich, für Strom zu bezahlen. Schließlich gab es den im Kommunismus für lau. Stattdessen wird die Oberleitung eines ICE angezapft. Via Transformator gelangt der umgewandelte Strom dann in die Haushalte.
Daß man dabei im Haus, z.B. beim Hände waschen, immer mal wieder mit einem elektrischen Schlag rechnen muß, stört niemanden. Im Gegenteil: Die Bewohner von Mineralowodski sind sich sicher, damit ihrem Kreislauf und ihrem Immunsystem Gutes zu tun.
Des weiteren schaut sich Kaminer die junge Generation an. Genauer gesagt, junge kaukasische Frauen, die so scharf aussehen, daß einem Touristen bei deren Anblick das Eis in der Hand schmilzt. Und dazu junge kaukasische Männer, die aussehen wie Pitbulls, und eine latente Aggressivität mit sich herum tragen, weil sie die erotische Schärfe ihrer Frauen kaum aushalten können. Geheiratet wird übrigens meist spätestens mit 20, und modisch sind sowieso alle ganz weit vorne. Armani-Anzüge gibt es im Kaukasus schließlich schon für 20 Euro, da stört es keinen, daß auf dem Label Armany zu lesen steht.
Kaminer besucht wuselige Märkte, trifft dort geheimnisvolle Stör-Händler, die ihm Fische verkaufen, die nicht selten mehr wiegen als ein kaukasisches Kälbchen. Er besucht ein Lokal, welches sich auf Bestattungsfeiern spezialisiert hat, und so beliebt ist, daß die Menschen bereit sind zu sterben, nur um hier gefeiert zu werden.
Darüber hinaus läßt er sich von seiner Schwiegermutter verwöhnen, und sich von ihr und vielen anderen lieben Bewohnern des Ortes die unglaublichsten Geschichten erzählen...
KAMINER GOES KAUKASUS ist vieles in einem: Reisefilm, Naturfilm, Familienportrait und zugleich skurriler Exkurs in unwegsames Gelände postsozialistischer Gegenwart. Vor allem aber ein zutiefst komischer und zugleich menschlicher Film über unverwechselbare Charaktere in noch unverwechselbarer Umgebung.
Die Adresse der Schwiegermutter lautet übrigens: Stavropolskij Bezirk, Mineralowodski Bezirk, Farm Nr.5 beim Dorf Borodinowka, Steppenstrasse, Häuser 5-7
Die Erstausstrahlung war am 29.08.2010 um 1:10 Uhr auf arte.
Irgendwo mitten drin liegt der kleine Ort Mineralowodski. Hier lebt die Schwiegermutter von Wladimir Kaminer (40), dem Schriftsteller. Und den kennen bei uns mittlerweile weit mehr Menschen als den Kaukasus. Längst ist der Russe, der vor 17 Jahren aus Moskau nach Berlin kam, ein Popstar der Sprache. Kein Wunder, kaum jemand wirft einen schärferen und humorvolleren literarischen Blick auf die kleinen und großen Unterschiede zwischen West und Ost.
Unser Film begleitet Kaminer auf seiner Reise zur Schwiegermutter und deren Familie. Angenehm beiläufig stellt der Autor dabei die verschiedensten Betrachtungen über den ganz gewöhnlichen Alltag im russischen Teil des Kaukasus an. Denn: Während in Moskau der Kapitalismus aufs heftigste zelebriert wird, zeigen sich die Bewohner von Mineralowodski in vielerlei Hinsicht noch ambivalent. So weigert man sich bislang beharrlich, für Strom zu bezahlen. Schließlich gab es den im Kommunismus für lau. Stattdessen wird die Oberleitung eines ICE angezapft. Via Transformator gelangt der umgewandelte Strom dann in die Haushalte.
Daß man dabei im Haus, z.B. beim Hände waschen, immer mal wieder mit einem elektrischen Schlag rechnen muß, stört niemanden. Im Gegenteil: Die Bewohner von Mineralowodski sind sich sicher, damit ihrem Kreislauf und ihrem Immunsystem Gutes zu tun.
Des weiteren schaut sich Kaminer die junge Generation an. Genauer gesagt, junge kaukasische Frauen, die so scharf aussehen, daß einem Touristen bei deren Anblick das Eis in der Hand schmilzt. Und dazu junge kaukasische Männer, die aussehen wie Pitbulls, und eine latente Aggressivität mit sich herum tragen, weil sie die erotische Schärfe ihrer Frauen kaum aushalten können. Geheiratet wird übrigens meist spätestens mit 20, und modisch sind sowieso alle ganz weit vorne. Armani-Anzüge gibt es im Kaukasus schließlich schon für 20 Euro, da stört es keinen, daß auf dem Label Armany zu lesen steht.
Kaminer besucht wuselige Märkte, trifft dort geheimnisvolle Stör-Händler, die ihm Fische verkaufen, die nicht selten mehr wiegen als ein kaukasisches Kälbchen. Er besucht ein Lokal, welches sich auf Bestattungsfeiern spezialisiert hat, und so beliebt ist, daß die Menschen bereit sind zu sterben, nur um hier gefeiert zu werden.
Darüber hinaus läßt er sich von seiner Schwiegermutter verwöhnen, und sich von ihr und vielen anderen lieben Bewohnern des Ortes die unglaublichsten Geschichten erzählen...
KAMINER GOES KAUKASUS ist vieles in einem: Reisefilm, Naturfilm, Familienportrait und zugleich skurriler Exkurs in unwegsames Gelände postsozialistischer Gegenwart. Vor allem aber ein zutiefst komischer und zugleich menschlicher Film über unverwechselbare Charaktere in noch unverwechselbarer Umgebung.
Die Adresse der Schwiegermutter lautet übrigens: Stavropolskij Bezirk, Mineralowodski Bezirk, Farm Nr.5 beim Dorf Borodinowka, Steppenstrasse, Häuser 5-7
Die Erstausstrahlung war am 29.08.2010 um 1:10 Uhr auf arte.
Regie:
Lukas Schmid
Drehbuch:
nach einer Idee von Lars Albaum
Schnitt:
Lukas Schmid
Kamera:
Lukas Schmid
Ton:
Tamara Milosevic
Herstellungsleitung:
Cornelia Kellers
Produzent:
Gerd Haag
Redaktion:
Sabine Rollberg, WDR/arte
Länge:
60 Min
Produktionsjahr:
2010

