Metrosounds - Bukarest

Ein Film von Thomas Schmitt und Lars Albaum

Nominiert für den 44. Adolf-Grimme-Preis

Er ist der deutsche Lieblingsrusse. Seine Bücher sind Kult. Seine Geschichten, angesiedelt zwischen Moskau und Berlin, zutiefst komische Betrachtungen skurrilen Alltagswahnsinns. Darüber hinaus ist der 40-jährige DJ und Erfinder der “Russendisko”, die seit Jahren abseitige Klänge aus Osteuropa populär macht – und das mit großem Erfolg.

Für METROSOUNDS reiste Wladimir Kaminer für ein Wochenende nach Bukarest, um sich auf die Suche nach den authentischen Sounds der rumänischen Metropole zu machen. In Zeiten gleichgeschalteter Musikkultur und trostloser MTV-Globalisierung hofft er hier Musik zu finden, die mit Seele und Verve mitten aus dem Herzen der Stadt kommt. Originäre und originelle Klänge unterschiedlichster Art. Kaminer verkörpert dabei eine Mischung aus musikverrücktem “Dr. Livingstone” und entspanntem Flaneur. Und siehe da, er wird schnell fündig!

In den geheimnisvollen Vorstädten Bukarests, den Mahalas, trifft Kaminer auf einen spannenden Mix aus alten und neuen rumänischen Beats und Melodien. Er rapt mit der erfolgreichsten Hip-Hop-Band der Stadt, entdeckt eine transsilvanische Rhythm´n Blues Band, hat Spaß mit dem “Elvis der Roma”, trifft eine gefährlich leidenschaftliche Zigeuner-Königin, aparte Studentinnen singen für ihn alte Pioniers-Lieder und schließlich begegnet Kaminer auch noch jungen Elektronik-Jazzern aus dem Bukarester Underground. Das morbide Flair des einstigen “Paris des Ostens” sorgt für die atmosphärisch flirrende Kulisse einer musikalischen Entdeckungsreise der außergewöhnlichen Art.

METROSOUNDS Bukarest bietet dem Zuschauer ein faszinierendes musikalisches Kaleidoskop einer pulsierenden Metropole. Leidenschaft und Seele, genuine und avantgardistische Sounds, präsentiert von Musikern, die bislang kaum außerhalb der Landesgrenzen unterwegs waren. Umso schöner, daß Wladimir Kaminer diese jetzt für ARTE einem breiteren Publikum zugänglich macht.
Regie:
Thomas Schmitt
Drehbuch:
Lars Albaum
Schnitt:
Daniela Roos
Kamera:
Andy Lehmann
Ton:
Uwe Dresch
Herstellungsleitung:
Cornelia Kellers
Produzent:
Gerd Haag, Anahita Nazemi
Redaktion:
Sabine Rollberg WDR/Arte
Länge:
51 min
Produktionsjahr:
2006
Metrosounds

Preise/Auszeichnungen
2008
Nominierung zum Grimme-Preis 2008 in der Kategorie Information und Kultur
http://www.grimme-institut.de/
Termin
18.12.2007, 00:30 h, ARTE